-> Jahrhundertealte Wurzeln
des Schießsports
-> 1910: Gründung des
Schützenvereins "Frei-Schütz Mössingen"
-> Die erste Wiedergründung
1927
-> Die Schützen bauen sich
ein Haus
-> Die ruhigen Jahre
-> Der Verein im Dritten
Reich
-> Entmilitarisierung bringt
das Aus
-> Ein Neuanfang 1957
"Schützenverein Mössingen e.V."
-> Die 2000er
-> Sportliche Erfolge
-> Öffentliche Veranstaltungen
-> Bisherige
Oberschützenmeister
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Jahrhundertealte Wurzeln des Schießsports
Schützengilden haben eine sehr lange Tradition. Wie weit sie in
Mössingen zurückreicht ist jedoch bekannt.
Der älteste schriftliche Hinweis auf die Mössinger Schützen ist
einem spektakulären Unfall zu verdanken:
Am 7. Oktober 1563 fand ein so genanntes „Gemeyschießen“ statt,
bei dem der „Ballierer“ (Zeiger) erschossen wurde. Angeblich
infolge einer Unachtsamkeit, die in den Akten der Stadtarchivs
jedoch nicht näher beschrieben wird.
Diesem Vermerk verdanken wir auch die Nennung des ersten
Schützenmeisters Hans Mayer.
Erst 100 Jahre später wird wieder ein Schützenmeister namens
Leypold erwähnt.
Schon vor 1609 bestand ein Schießplatz am Ort.
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1910: Gründung des Schützenvereins „Frei-Schütz Mössingen“
Vereine im heutigen Sinne entstanden in Deutschland erst Ende des
19. Jahrhunderts. So auch der Schützenverein Mössingen.
Als im Jahr 2001 die Vorbereitungen zur vermeintlichen
75-Jahr-Feier des Schützenvereins Mössingen begannen, wurden im
Archiv der Stadt Mössingen Unterlagen zutage gefördert, die
eindeutig belegen, dass der Verein bereits 1910 als „Frei-Schütz
Mössingen“ gegründet wurde.
Der Antragsteller Karl Kübler I schrieb am 2. Juni 1910 an den
damals amtierenden Schultheißen Karl Jaggy:
„Unter Bezugnahme auf umstehende Mitteilung vom 5. April diesen
Jahres erlaube ich mir, dem geehrten Schultheißen-Amt Mössingen
mitzuteilen, dass jetzt ein Schützenverein gegründet ist.“
Beigelegt wurden die Statuten, aufgestellt am 29. Mai 1910.
Als einziger sonstiger Hinweis auf Schießaktivitäten in dieses
frühen Phase des Schützenvereins „Frei-Schütz Mössingen“ ist eine
Festscheibe aus dem Jahr 1911 vorhanden. Auch in der Zeit nach dem
I. Weltkrieg finden sich –laut Aussage eines 2002 noch lebenden
Zeitzeugen- Hinweise auf Schießaktivitäten wie z.B. ein
Festschießen im Jahr 1923. Dabei hatte der Schützenverein während
und nach dem I. Weltkrieg wahrscheinlich als Schützenabteilung im
„Arbeiter-Radfahrer-Verein“ seinen Fortbestand.
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Die erste Wiedergründung
1927
Ein
offizieller Neuanfang erfolgte am 10. Juli 1927 auf Initiative des
Erstgründers Karl Kübler I. Als 1. Vorsitzender wurde bei der
Gründungsversammlung der Bildhauer Karl Lang gewählt. Die 17
Wiedergründer fanden sich damals im Saal des Gasthofes Lamm
zusammen, wo auch jeden Sonntag das Übungsschießen abgehalten
wurde.
Geschossen wurde mit Mauser-KK-Gewehren über Kimme und Korn
auf 25 Meter stehend freihändig.
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Die Schützen bauen sich
ein Haus
Sehr
schnell wurde es den Schützen im Lamm-Saal viel zu eng. Noch im
Wiedergründungsjahr hatte Vorstand Lang Erfreuliches zu berichten:
Die Gemeinde erklärte sich damit einverstanden, den Schützen am
Fuße des Farrenberges, idyllisch und abgeschieden, eine Schießbahn
zu genehmigen und ihnen den dafür erforderlichen Grund
unentgeltlich
zu überlassen.
Um das ersehnte Schützenhaus bauen zu können mussten die
mittlerweile 24 Vereinsmitglieder kräftig Klinken putzen und
Spenden erbitten.
Am 1. Februar 1928 nahm der Verein ein Darlehen von 1000
Reichsmark auf. Jedes einzelne Mitglied haftete als Bürge und
verpflichtete sich dem Verein so lange treu zu bleiben bis das
Darlehen zurückgezahlt wäre.
Im April 1928 begannen die Arbeiten am Schützenhaus, die damals
–wie heute- fast komplett in Eigenleistung ausgeführt wurden.
Stolz präsentierten die Schützen am Pfingstmontag im Rahmen
eines
Preisschießens ihre Schießbahn mit vier 50-Meter- und einer
100-Meter-Bahn.
Die offizielle Eröffnung des Schützenhauses war am 22. Juli 1928.
Gut ein Jahr nach der Widergründung des Vereins hatten sich die
Schützen damit ihr eigenes Domizil erschaffen.
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Die ruhigen Jahre
Zwar
war der Verein nach der ersten Wiedergründung aus dem
sozialdemokratischen gefärbten Radfahr-Verein hervorgegangen, doch
schon bei der ersten Mitgliederversammlung im Oktober 1927
einigten sich die Schützen darauf, innerhalb des Vereins keine
aktive Politik zu betreiben.
Anlässlich der Generalversammlung 1935 teilte Kübler mit, dass der
Verein dem Württembergischen Sportverband für Kleinkaliberschießen
e.V. in Stuttgart angeschlossen wurde.
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Der Verein im Dritten Reich
Neben den Vereinsmitgliedern nutzten auch die HJ, SA, MSC und die
„Werkscharen“ der Betriebe die Schießbahnen. Da die Schießanlagen
nun für jedermann freigestellt werden mussten, reichte diese schon
bald nicht mehr aus.
Um die Anlage in eigenem Besitz zu halten griffen die Schützen
wieder selbst zum Spaten, allerdings entgeltlich unterstützt vom
Reichsarbeitsdienst.
Im Juli 1935 wurden Laufgraben und Anbau fertig. Auch die Schützen
hatten sich in die NS-Volksgemeinschaft einzugliedern und
Preisschießen für das Winterhilfswerk auszurichten.
Im Juli und August 1935 nahmen die Mössinger an ihren ersten Gau-
und Bezirksschießen teil. Am 5. Juli 1936 fungierten sie als
Gastgeber beim Bezirksschießen, an dem 130 Schützen teilnahmen.
1938 kam zum ersten mal ein Kreismeister aus Mössingen.
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Entmilitarisierung
bringt das Aus
Aus
der Freude am Schießen wurde ab September 1939 für viele
Schützenkameraden blutiger Ernst, der Verein verlor ein Drittel
seiner Mitglieder. Auch Munition war im Krieg nur noch schwer zu
erhalten.
Mit der Kapitulation schlug auch das letzte Stündlein des
„Frei-Schütz“.
1945 wurde er unter den französischen Alliierten aufgelöst, das
Schützenhaus fiel in einen Dornröschenschlaf.
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Ein Neuanfang 1957 "Schützenverein Mössingen e.V."
Auf
initiative von Fritz Lang, dem späteren 1. Schützenmeister,
erwachte der Verein nach zwölfjähriger Pause zu neuem Leben.
18 Schießbegeisterte gründeten am 28. September 1957 den
„Schützenverein Mössingen e.V.“.
Aus finanziellen Gründen trat man sogleich dem Schwäbischen
Sportschützenbund bei.
In den sechziger Jahren entfaltete der Verein unter seinem
Vorsitzenden Karl Nill eine rege Bautätigkeit, bei der das
Schützenhaus seine heutige Gestalt bekam: Der Pistolenstand wurde
angebaut.
Ein zweiter Flügel beherbergt heute die Festhalle.

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Die 2000er
Im Jahr 2000 hat sich eine Böllergruppe zusammengefunden, die bei
vereinsinternen und öffentlichen Veranstaltungen ihr Salutschießen
zum Besten gibt.
In Eigenleistung wurde 2003 der Kleinkaliberstand von Grund auf
erneuert und mit einer modernen, elektronischen Trefferanzeige
ausgestattet, so dass die Schussergebnisse direkt am Monitor
betrachtet und nach dem Wettkampf oder Training ausgedrucken werden können.
Dadurch entfällt auch für die Schützen der Scheibenkauf.
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Sportliche Erfolge
Schützen des Mössinger Vereins belegen bei Bezirks- und
Kreismeisterschaften regelmäßig vordere Plätze und sind des
Öfteren bei Landesmeisterschaften vertreten.
Jahrelang war die erste Luftpistolenmannschaft in der Landesliga
mit großem Erfolg vertreten.
Bei den deutschen Meisterschaften waren die Mössinger zwei Mal
erfolgreich.
1976 belegte Volker Heinen in Luftgewehr Schülerklasse den 3.
Rang.
1999 errang Steffen Gauß den 8. Platz in der Juniorenklasse KK
Liegend.
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Öffentliche Veranstaltungen
Jährlich
richtet der SV Mössingen ein KK-Pokalschießen für die örtlichen
Vereine und Verbände sowie allgemeines Magnumschießen für die
Kurzwaffenfreunde aus.
Rege besucht wird auch die Schießbude des Schützenvereins, welche
beim Mössinger Bürgertreff seit Jahren zur festen Einrichtung
gehört.
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